Mittwoch, 6. Juli 2016

Urlaubserinnerung - Malta

Nachdem ich ja mit meinem binen-werk-Lädchen ordentlich beschäftigt bin 
und es da auch einiges an Investitionen gegeben hat, 
fällt dieses Jahr auf alle Fälle eine Urlaubsreise flach.

Was ich aber nicht als tragisch empfinde, 
da ich ja schon so einiges in der Weltgeschichte umhergereist bin.

Deswegen habe ich mir gedacht, ich erinnere mich mal wieder an die schönen Reisen, die ich bisher so gemacht habe (macht man eigentlich eh viel zu selten)
und lasse euch daran teilhaben. 

Der erste Urlaubserinnerung führt mich und euch nun nach Malta.

Im Juni 2005 (meine Güte, das ist ja schon wieder ewig her!)
habe ich eine einwöchige Kulturreise auf die schöne Insel Malta gemacht. 
Auf den Spuren der Steinzeit und der Kreuzritter.

Meinen „Wohnsitz“ und Ausgangspunkt für die Erkundungstouren hatte ich dem hübschen Maritim-Hotel im Altstadtherzen von Mellieha.
Gelegen hoch über der gleichnamigen Mellieha Bay.
Am nördlichen Zipfel der Insel.
Auf dem Dach des Hotels gab es einen schönen Pool mit einem herrlichen Ausblick über die Dächer von Mellieha -
den ich jeden Tag in den Morgenstunden ganz für mich alleine hatte!
Hach, war das herrlich!
Gleich gegenüber vom Hotel gelegen und in Sichtweite von meinem Hotelbalkon die hübsche Pfarrkirche von Mellieha.
Wie auf Malta üblich, hat auch diese Pfarrkirche 2 Uhren mit unterschiedlichen Zeiten. Der Aberglaube besagt, dass dies den Teufel verwirrt und er so nicht zur Messe kommen kann, weil er ja nicht weiß, wie spät es ist!

Zu einem meiner ersten Ausflüge gehörte das sogenante „Popeye-Village“.
Eine kunterbunte Filmkulisse für einen Popeye-Film.
Da wollte ich natürlich unbedingt hin - zumal es auch nicht allzu weit von Mellieha entfernt liegt. Zu Fuß dann aber doch ein ganzes Stück. Normalerweise wäre dort zwar auch eine Buslinie vorbei gefahren, aber diese Linie fuhr natürlich nicht an dem Tag, als ich hin wollte. Irgendein maltesischer Feiertag.
So bin ich auf eine andere Buslinie ausgewichen und der Busfahrer hat mich irgendwo in der Pampa, wohl halbwegs in der Nähe von meinem Ziel, 
aussteigen lassen mit dem Kommentar „Jetzt muss man da einfach nur geradeaus gehen, dann ist man schon da“. 
Tja, dann ging es für mich in Sandalen weiter über Stock und Stein (und das meine ich wort-wörtlich!) durch die karge Einöde.
In manchen Momenten stellte ich mir die Frage, ob das hier wirklich der richtige „Weg“ sein soll.  
Aber dann irgendwann tauchten die ersten bunten Häuschen hinter einer Klippe auf. Das war wie eine Oase in der Wüste!
Ich hatte es geschafft. 
Unglaublich idyllisch in einer Bucht gelegen - das Popeye-Village!
Ich kam mir vor wie in einer anderen Welt. 
Alles bunt und schief und krumm. Ein bisschen wie bei Pipi Langstrumpf.
Zurück ging es dann komplett zu Fuß.
Mit Zwischenstop an der Mellieha-Bay zum Erholen der geschundenen Füße.
Ein Ausflug in die Hauptstadt Valetta mit ihren Festungsanlagen und dem großen Hafen darf bei einer Maltareise natürlich nicht fehlen.

Sie gehört nicht unbedingt zu meinen Favoriten auf Malta,  
aber dennoch war es ein interessanter Ausflug mit viel Geschichtlichem -
was ich euch (und mir) jetzt aber erspare.
Lieber gibt´s ein paar Bildchen:
Ach ja, was mich in Valetta sehr beeindruckt hat, ist der Boden in der St.John´s-Co-Cathedral. Er besteht aus hunderten von Grabplatten mit wundervollen Marmoreinlegearbeiten. 
Unter ihnen wurden die Ordensritter beigesetzt. 
Sehr viel schöner als Valetta fand ich die Stadt Mdina, die zusammen mit der Nachbarstadt Rabat, den bronzezeitlichen Karrenspuren und den Dingli Cliffs zu einem weiteren Tagesausflug gehörten. 

Mdina liegt im Westen der Insel auf einem Felsplateau - umgeben von dicken Festungsmauern. Da hier so gut wie keine Autos fahren wird die Stadt auch „die stille Stadt“ genannt. Wobei „still" wohl etwas anderes ist, wenn man an all die Touristen denkt, die dort täglich ihre Runden drehen.

Trotzdem hat dieses Städtchen ein wundervolles Flair mit all den kleinen, verwinkelten Gässchen, in denen es immer irgendwo irgendwas zu entdecken gibt. Man fühlt sich sich zurückversetzt in eine längst vergangene Zeit. 
Ein weiterer, wirklich lohnenswerter Ausflug ist auf die kleine Nachbarinsel Gozo. Von der nördlichen Spitze Maltas (Marfa Point) ging es mit der Fähre in den Hafen von Mgarr auf Gozo (Foto).
Das erste Ziel des Gozo-Ausflugs war der „Ggantija Temple“.
Vor ca. 5.000 Jahren wurde dieser Steintempel mit gigantischen Steinen erbaut zur Verehrung der großen Mutter und Fruchtbarkeitsgöttin. 
Weiter ging es zur Ramla Bay. 
Hier besagt die Legende, dass in einer Grotte oberhalb der Ramla Bay 
Odysseus von seiner geliebten Calypso sieben Jahre lang gefangen gehalten wurde. 

Ganz toll fand ich, dass ich Kapern mal so wild habe wachsen sehen. 
Sonst begegnen die einem ja immer nur im Essen!
Die nächste Station war die gozitanische Haupstadt Victoria, 
die mir unglaublich gut gefallen hat. 
Und wo es in einem wunderhübschen, kleinen Restaurant ein ganz leckeres, landestypisches Mittagessen mit Ziegenkäse, Kapern und anderen Leckereien gab.
Letzte Station auf Gozo waren die Höhlen, Grotten und 
das „Azure Window“ an der Westküste.
Zurück auf Malta darf natürlich ein Besuch der über 5.000 Jahre alten Tempelanlage „Hagar Qim“ mit den mächtigen Megaliten, die bis zu 6,5m hoch sind, nicht fehlen. Diese Tempelanlage empfand ich deutlich beeindruckender als die auf Gozo. 
Dann gab es noch eine Bootsfahrt zur Blauen Grotte
und einen Abstecher ins idyllische Städtchen Marsaxlokk
mit den vielen bunten Luzzu-Fischerbooten.
Sie sind am Bug mit den Augen des Osiris (ägyptischer Totengott) verziert und sollen die Fischer vor Gefahren schützen. 
Ganz wundervoll ist auch ein Besuch des kleinen, malerischen Städtchens Vittoriosa. Bei einem Spaziergang durch die kleinen, 
verwinkelten Gässchen, in denen es an allen Ecken herrlich grünt und blüht,
wird man ganz verzaubert.
Zwischen Malta und Gozo befindet sich noch eine dritte Insel. 
Naja, ein Inselchen. Mit dem Namen „Comino“.
Hier wohnen nur wenige Menschen und im Sommer ist das Eiland überwiegend von Touristen bevölkert, die u.a. in der „Blauen Lagune“ baden wollen.

 Selbstverständlich musste ich mir auch ein Bild von der kleinen Insel machen. 
Es war ein netter Ausflug, aber meiner Meinung nach nichts, was man bei einem Maltaurlaub unbedingt gemacht haben muss. 
Den letzten Tag habe ich mit einer Bootsfahrt um die Insel Malta herum ausklingen lassen. Man konnte sich einige Stunden die frische Meeresluft um die Ohren pusten lassen und die Steinküsten und Buchten von Malta bewundern. 
Ein nicht so übermäßig spannendes Unterfangen, aber durchaus erholsam - sofern der Wind einem nicht die Abgaswolken des Dampfers in die Nase weht. 

Zusammenfassend muss ich sagen, dass mir die Maltareise sehr gut gefallen hat und ich kann mir durchaus vorstellen, ein weiteres Mal dorthin zu reisen. 

Es gehört jetzt sicher nicht zu einem Ziel, wenn man einen reinen Badeurlaub machen möchte, aber das ist ja sowieso nicht mein Ding. 

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