Samstag, 20. Juni 2015

Urlaub mit Hindernissen - Teil 3

Als wir an der Tankstelle rumstanden und mit unseren paar Französischbrocken eine Unterkunft suchten, sind wir mit einem jungen Mann ins Gespräch gekommen, der neben uns sein Auto saugte. 
Er konnte sogar etwas Englisch und wir sprachen über unsere Reifenpanne. Er zückte gleich sein Handy und hat versucht in den Autowerkstätten der Gegend die passenden Reifen zu bekommen. 
Hat leider nicht geklappt, aber eins muss man den Franzosen echt lassen: 
sie sind unglaublich hilfsbereit!

Dann ging es von der Tankstelle aus 2km weiter zum Hotel - über unzählige Verkehrsberuhigungshubbel (oder wie man die nennt), die nur dazu da sind, sich das Auto (noch mehr) zu ruinieren!


Ich sage euch, es ist unglaublich, wie sich 2km ziehen können, wenn man als schleichendes Verkehrshindernis durch die Ortschaft eiert. 

Und das „eiern“ kann man wort-wörtlich nehmen, denn mittlerweile eierte das Rad wirklich! Wie mein Herzblatt am Steuer leider richtig vermutete, war nicht nur der Reifen, sondern mittlerweile auch die Felge defekt. 

Das Hotel war jetzt nicht so der „Luxusschuppen“, aber immerhin um einiges besser, als die Absteige im Pariser Vorort. Wenn leider auch nicht klimatisiert - was bei dem warmen Wetter sehr angenehm gewesen wäre! Aber viele Alternativen hatten wir in dem Städtchen nicht was Hotels betreffen!

So blieb uns das restliche Wochenende nichts weiter übrig, als in dem Städtchen Mantes-la-Jolie zu verweilen.

Glücklicherweise stellte sich heraus, dass es ein kleines, aber feines Städtchen ist. Direkt an der Seine, so dass wir einiges unserer Zeit am Seineufer verbracht haben.
Und an den Abenden verweilten wir in unserer quasi „Stammkneipe“. Im "Jack & Joey“. Eine sehr gemütliche, super-schön eingerichtete Location mit wahnsinnig freundlichen Inhabern und Mitarbeitern!
Die gerade erst vor 4 Wochen eröffnet wurde!
Es gab auch Leckeres zu essen + trinken wie z.B. die „Homemade Lemonade“ aus Gurke und Zitrone, den leckeren Haussalat und die ebenfalls frischen, selbst gemachten Burger! Absolut empfehlenswert!

Am Montag konnten wir dann endlich den BMW-Händler aufsuchen, wo wir glücklicherweise auf Englisch unser Anliegen mitteilen konnten. Für den Notfall hatten wir uns eine Liste an französischen Vokabeln rund um´s Auto aus dem Internet herausgesucht.

Die Herren von dem dortigen BMW-Haus waren alle sofort sehr bemüht und haben sich gleich das Auto genauer angesehen. 
Leider war - wie bereits vermutet - die Felge auch defekt. So mussten also 2 Reifen und eine Felge geordert werden. Die Ersatzteile sollten am nächsten Tag im Autohaus eintreffen und montiert werden. 

Leider verzögerte sich das Ganze um einen Tag, da die Lieferung nicht mitgekommen war. Das Autohaus hat dann extra einen Mitarbeiter nach Paris zur BMW-Zentrale geschickt, zum Abholen der dorthin gelieferten Ersatzteile.

Mittwoch haben wir am Vormittag den lang ersehnten Anruf bekommen: Das Auto ist fertig!

Nun aber nix wie Auto abholen, Sachen zusammen packen ab zurück nach Hause! 

Somit ist leider die gebuchte und bereits bezahlte Fähre und Unterkunft auf Guernsey verfallen. Teurer Spaß, dieser Kurztrip nach Frankreich! 
Um nicht zu sagen: der teuerste Kurztrip EVER!
Da hätte wir auch 2 Wochen eine Fernreise machen können! Aber: c´est la vie!
Immerhin sind wir heil geblieben!

Von Urlaubsreisen haben wir jedoch vorerst die Nase voll. 

Übrigens wird bei den zukünftigen Autos auf „normalere“ Reifen geachtet, damit man diese notfalls einfacher im Ausland auftreiben kann!
Die Runflat-Reifen sind aber wieder ein MUSS! 
Sehr hilfreich, wenn man nicht gleich auf den Abschleppdienst angewiesen ist!

Hier übrigens noch ein Bildchen vom Reifen mit Loch und eins vom Schlagloch überstrapazierten Runflat-Reifen:
Macht´s gut! Bis bald!

Eure Bine

Kommentare:

  1. "Übrigens wird bei den zukünftigen Autos auf „normalere“ Reifen geachtet..."
    Hattet ihr kein Ersatzrad/Notrad oder wenigstens TireFit dabei?

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    1. Nun, die Runflat-Reifen hat man ja, damit man keinen Ersatzreifen mitnehmen muss. Wie bei einem Notfallreifen kann man mit den Runflats langsam weiter fahren. Bringt aber für längere Strecke nichts - besonders wenn durch die Schlaglöcher auf Frankreichs Strassen auch die Felge Schaden genommen hat...

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