Freitag, 19. Juni 2015

Urlaub mit Hindernissen - Teil 2

Nach viel zu frühem Weckerklingeln am Samstag haben wir unsere 7 Sachen wieder eingepackt. Im Anschluss gab es noch ein kleines Frühstück (es heißt ja auch "petit-déjeuner") in dem spartanisch eingerichteten, leicht schmuddeligen Frühstücksraum. Teller gab es nicht. Aber wofür auch. Es hatte ja Tabletts. 
Im Schneckentempo sind wir dann über die holprigen Straßen zum BMW-Händler aufgebrochen. 

Der BMW-Service aus Frankreich wollte die Kollegen dort eigentlich kontaktieren, hatte dies aber natürlich noch nicht getan. Der gering deutschsprechende Herr im Autohaus wusste somit nicht worum es geht und wir mussten ihm die Situation in einem Deutsch-Englisch-Kauderwelsch klarmachen.

Er erklärte uns, dass die Werkstatt am Wochenende nicht besetzt ist und er auch nicht nachschauen kann, ob passende Reifen im Lager sind. Erst wieder ab Montag. 


Der Herr von BMW hat uns dann empfohlen langsam mit dem platten Runflatreifen weiter nach St. Malo zu fahren. Dürfte seiner Ansicht nach kein Problem sein. Na, wenn er das sagt!


Wir haben im Anschluss selbst noch die Initiative ergriffen, nach Reifen bzw. Reifenhändlern in der Gegend zu suchen. Mit Hilfe zweier sehr freundlicher Franzosen türkischer Herkunft an einer Tankstelle.

Der eine hat mit uns englisch kommuniziert, während der andere auf französisch bei den Reifenhändlern nachfragte. 

Da hieß es plötzlich, eine Werkstatt hätte die Reifen! 

Hoffnung! Aufregung! Herzrasen!
Wir sind dann zur entsprechenden Adresse gedüst - so weit man eben mit einem platten Reifen über Schlaglöcher düsen kann!

 Hui, das war aber eine ziemlich zwielichtige Hinterhofwerkstatt. 

Wer weiß, wo die ihre Reifen herbekommen! Aber das war uns in diesem Moment egal. Leider stellte sich alles als Missverständnis heraus. Sie hatten die Reifen doch nicht. Die Enttäuschung bei uns war groß!

So gab es dann zur Frustbewältigung und Beratschlagung der Lage einen Burger & Chickenwings im "Goldenen M".


Unsere nächste Überlegung sollte dann - wie es anfänglich schien - funktionieren: 

Wir könnten doch mal auf der Insel Guernsey nach einem BMW-Händler und den Reifen fragen. Dann könnten wir langsam zum Zielort fahren und die Reifen auf Guernsey tauschen lassen. 
Und siehe da! Es hat dort einen BMW-Händler und auch die passenden Reifen! Juhu!!! Guernsey wir kommen!
(Steilküste von Guernsey 2013)

Dann ging es langsam, aber mit optimistischer Laune weiter. Leider sollte aber dieser Gemütszustand nicht sehr lange andauern.

Wir tuckerten also langsam über die unebenen Strassen durch Paris auf die Autobahn Richtung St. Malo. 


Anfang ging alles gut. Bis nach einem der vielen Schlaglöcher ein seltsames Vibrieren und eigenartige Geräusche zu vernehmen waren. 

Das Fahren mit dem Auto wurde immer schlechter und wir haben kurz nach Paris entschieden: so geht das leider nicht weiter!

Also, nächste Abfahrt runter. Zumal es dort auch einen BMW-Händler gab - der vorerst Letzte für die nächsten 160km. So landeten wir in Mantes-la-Jolie.



Wir konnten mittlerweile nur noch mit 30km/h die Straße entlang schleichen und haben die nächste Tankstelle aufgesucht, um weiteres telefonisch zu regeln. Genauer gesagt, um erstmal eine Unterkunft zu suchen, denn es war klar: so können wir nicht weiterfahren! Wir müssen am Montag zur Werkstatt, um 2 neue Reifen zu ordern!

Übrigens: Vielleicht fragt ihr euch wie ich, die sich mit Autos  nicht auskennt, wieso denn 2 neue Reifen, wenn nur einer defekt ist? 
Tja, laut deutschem Gesetz müssen wohl immer die Reifen einer Achse komplett getauscht werden. 
Man lernt halt nie aus!

Fortsetzung folgt!

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